Wie man Plastik im Alltag vermeiden kann

Wo wird Plastik eigentlich überall verwendet?

Die Erfindung des Kunststoffs am Anfang des 20. Jahrhunderts hat unseren Alltag tiefgreifend verändert. Plastik dominiert unseren Alltag. Sei es in Form von Einkaufstüten und Verpackungen, in der Zahnbürste, im Spielzeug oder als Mikroplastik in Peelings und im Essen.

Wie viel Plastik jährlich weltweit tatsächlich hergestellt wird, lässt sich nur schätzen. Laut einer Studie von Plastics Europe wurde im Jahr 2015 322 Millionen Tonnen weltweit produziert. In Europa verbraucht Deutschland nach Irland und Estland mit 37,4 kg je Einwohner pro Jahr am meisten Plastik. Nur geringe Mengen werden recycelt. Mehr als die Hälfte (rund 55 Prozent) des Abfalls wird einer energetischen Verwertung zugeführt, also verbrannt.

Die Einsatzmöglichkeiten für Plastik sind ebenso umfassend wie die Liste der Probleme und Risiken dieses Materials. Es ist unvergänglich, das heißt, Produkte, wie beispielsweise Kaffee-to-Go-Becher, die eine Nutzungsdauer von 5 Minuten besitzen, belasten die Erde für immer. Viele Chemikalien, die zur Herstellung von Kunststoffen eingesetzt werden, sind extrem giftig. Gesundheitsgefährdend sind vor allem die Zusatzstoffe. Da die Chemikalien im Plastik nicht gebunden sind, können sie mit der Zeit und besonders bei Erwärmung entweichen und werden von Mensch und Umwelt aufgenommen.

Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane. Jährlich verenden etwa 100.000 Meeressäuger qualvoll durch den Müll, jedes Jahr sterben über eine Million Seevögel, die die Plastikteile irrtümlich mit Nahrung verwechseln und damit ihre Küken füttern. An jedem Strand dieser Welt besteht der Sand heutzutage bereits zu einem gewissen Prozentsatz aus Kunststoff. Östlich von Hawaii hat sich in einer Meeresströmung des Pazifiks ein gigantischer Müllwirbel gebildet, in dessen Zentrum drei Millionen Tonnen Plastikmüll rotieren.

Schlimm? Ja! Aber die Welt rettet niemand im Alleingang. Es gilt, gemeinsam etwas zu verbessern und vor allem jetzt damit anzufangen. Im Kleinen, im Alltag, dort, wo die Veränderung am deutlichsten sichtbar wird.

So kannst du Plastikmüll vermeiden:

  • Stoffbeutel statt Plastiktüte und Rucksack statt Einkaufstüte
  • Keine neuen Produkte aus Plastik mehr erwerben (besonders Einweg-/Wegwerfprodukte)
  • Aufbewahrungsbehälter, wie Trinkflaschen aus Plastik durch solche aus Glas/Metall ersetzen
  • Achtung bei Kosmetika! (z.B. Seife am Stück statt Flüssigseife, aufgrund der Verpackung und des darin enthaltenen Mikroplastiks) BUND-Einkaufsratgeber oder Haushaltsmittel und Kosmetika selbst herstellen
  • Verpackungen meiden, denn Obst und Gemüse ist durch die natürliche Schale bereits geschützt. Milch, Sahne, Joghurt, Öl, Essig, Ketchup oder Senf lassen sich auch in Glasflaschen erwerben
  • Brot vom Bäcker statt aus dem Supermarkt im Plastikbeutel
  • Lieber frisch kochen als Fertigprodukte
  • Keine Kaffeekapseln verwenden – Die Wegwerfkapseln sind eine weitere vermeidbare ökologische Katastrophe
  • Naturfasern statt Nylon und Polyester
  • Klassisches Kaugummi besteht auch aus Plastik, guten Appetit!
  • Bitte keine Werbung! Dieser Aufkleber auf dem Briefkasten vermeidet Werbungs-Spam
  • Altbewährt, doch oft vergessen: Mülltrennen und Verpackungen wiederverwerten
  • Reparieren/Recyclen statt Wegwerfen und Neukaufen

Das Internet hält unzählige Tipps, Tricks und informative Dokumentationen (z. B. Plastic Planet) für den einfachen Umstieg bereit und benutzt man die Suchmaschine Ecosia, pflanzt sie sogar Bäume für jeden Suchauftrag.

Weltverbessern ist so einfach, nicht wahr?

Das könnte dich auch interessieren: Warum Aluminium so schädlich ist und welche Alternativen es gibt

Foto oben: unsplash.com – ocean waste

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.