Green Events: Der Nachhaltigkeits-Trend im Vormarsch

Olympische Spiele, Handball-WM, Live-Konzerte. Jährlich begeistern unzählige Veranstaltungen Millionen von Menschen und das auf der ganzen Welt. Von internationalen Mega-Events bis zu kleinen Vereinsfesten – das Angebot ist vielfältig und wahnsinnig beliebt. Gleichzeitig verbunden sind damit aber auch Menschenansammlungen, die Ressourcen verbrauchen und Emissionen verursachen. Eine Belastung für Mensch und Umwelt. Das Gute, auch in der Eventbranche ist der Nachhaltigkeits-Trend angekommen – Stichwort: Green Events.

Der deutsche Veranstaltungsmarkt wächst. Bei rund 2,97 ausgerichteten Veranstaltungen zählte das Meeting- & EventBarometer in Deutschland im Jahr 2017 circa 405 Millionen Teilnehmende[1]. Zweitgrößte Veranstaltungsart hinter Kongressen, Tagungen oder Seminaren sind Kultur- und Sportveranstaltungen. Kaum verwunderlich, wer genießt nicht gerne die Atmosphäre auf einem Festival oder feuert seine Lieblingssportler live an? Events bieten eine tolle Möglichkeit sich auszutauschen, inspirieren zu lassen, zu informieren oder sich einfach zu amüsieren.

Foto: Unsplash – Anthony Delanoix 15928

Die Schattenseite solcher Veranstaltungen ist die Belastung für Mensch und Umwelt. Während An- und Abreise der Teilnehmenden fallen enorme CO2-Emissionen an, Planung und Durchführung verbrauchen Ressourcen wie Wasser und Energie. Ganz abgesehen von den Müllbergen, die durch Verpackungsmaterialen entstehen. Das bedeutet aber nicht, dass wir jetzt die Köpfe in den Sand stecken und Veranstaltungen boykottieren müssen. Vielmehr gilt es Lösungen zu finden, um diesen Problemen entgegenzuwirken. Und da gibt es schon jede Menge, auch in der Eventbranche macht man sich Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit.

Alle Arten von Veranstaltungen erzeugen einen ökologischen und gesellschaftlichen Fußabdruck. Ziel von Green-Events ist es, diesen Fußabdruck zu minimieren. Die Maßnahmen für eine erfolgreiche Umsetzung liegen in der Berücksichtigung des Nachhaltigkeits-Dreiklangs bei dem Umwelt, lokale Wirtschaft und soziale Verantwortung aufeinander abgestimmt werden. Das gilt für den gesamten Organisationsablauf, beginnend bei der Konzeption und Planung bis hin zur Durchführung und Nachbereitung für verschiedene Handlungsfelder[2]:

  • Mobilität und Klimaschutz
  • Veranstaltungsort und Unterkünfte
  • Beschaffung, Material- und Abfallmanagement
  • Verpflegung (Speisen und Getränke)
  • Energie und Wasser
  • Soziale Verantwortung
  • Kommunikation

(weitere Informationen unter: http://www.bso.or.at/de/schwerpunkte/soziales-und-gesellschaftspolitik/nachhaltigkeit/green-events/)

Das Internetportal „Green Champions 2.0 für nachhaltige Sportveranstaltungen“ des Deutschen Olympischen Sportbundes oder das Informationsportal „greenevents.hamburg“ initiiert vom Grünen Wirtschaftrat e.V. sind zwei von zahlreichen Projekten, die sich in diesem Bereich stark machen.

Das Green Champions 2.0 Portal[3] (Link hinterlegen: https://www.green-champions.de/index.php?id=26&L=374) beruht auf dem vom Bundesumweltministerium und DOSB herausgegebenen Leitfaden „Green Champions für Sport und Umwelt. Leitfaden für umweltfreundliche Sportgroßveranstaltungen“, der mit der DSHS Köln und dem Öko-Institut Darmstadt entwickelt wurde. Auf der Internetseite können Veranstalter und Interessierte sich über Handlungsmöglichkeiten zur Planung und Durchführung von nachhaltigen Sportveranstaltungen informieren. Neben Checklisten für die verschiedenen Veranstaltungsphasen, bietet eine Filterfunktion die Möglichkeit, dass Nutzende zugeschnittene Maßnahmen für das eigene Event erhalten. Best Practice Beispiele (Link hinterlegen: https://www.green-champions.de/index.php?id=4&L=0) wie zum Beispiel die Ski-WM 2011 in Garmisch, der Frankfurt Marathon oder Wintersportevents in Ruhpolding, geben einen Einblick in die konkrete Umsetzung und liefern hilfreiche Erfahrungswerte.

Das Projekt Green Events Hamburg[4] (Link hinterlegen: https://greenevents.hamburg/) ist Informationsportal und partizipatives Netzwerk zugleich. Es hat sich zum Ziel gesetzt mehr Sensibilität für das Thema Nachhaltigkeit in der Eventbranche zu schaffen und somit zum gesellschaftlichen Wandel beizutragen. Informationen bietet das Portal nicht nur hinsichtlich Leitfäden und Checklisten, sondern auch mit einer Datenbank umweltbewusster Dienstleister rund um Hamburg. Das Netzwerk macht es möglich Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen sowie Kompetenzen zu bündeln und Synergien zu nutzen. Nationale und internationale Best Practice Beispiele ((Link hinterlegen: https://greenevents.hamburg/best-practice-beispiele/) findet man auf dieser Seite für verschiedene Veranstaltungsbranchen vom Kulturfestival Tollwood in München über das Vancouver Folk Music Festival bis hin zur Veranstaltung des Kirchentags. Insgesamt ein gelungenes und spannendes Projekt, an welchem sich weitere Städte in Deutschland inspirieren lassen können. Vielleicht gibt es eine derartige Plattform dann auch bald in deiner Stadt?!

Natürlich gilt es den kritischen Blick nie zu verlieren. Damit Leitfäden und Maßnahmen ihre Gültigkeit beibehalten, sollten sie einer kontinuierlichen Prüfung unterzogen und dem Laufe der Zeit angepasst werden. Eine Veranstaltung grün zu gestalten ist ein fortlaufender Prozess, der ständig optimiert werden muss.

Warst du auch schon auf irgendwelchen Green Events? Teile uns deine Eindrücke gerne mit!

Quellen
[1] Europäischen Institut für TagungsWirtschaft. (2017/18). Meeting- & EventBarometer 2017/2018: Deutscher Veranstaltungsmarkt wächst weiter. Zugriff unter: https://gcb.de/de/newsmeldung/news/meeting-eventbarometer-20172018-deutscher-veranstaltungsmarkt-waechst-weiter.html

[2] Österreichische Bundes-Sportorganisation. Green Events . Zugriff unter: http://www.bso.or.at/de/schwerpunkte/soziales-und-gesellschaftspolitik/nachhaltigkeit/green-events/

[3] Deutscher Olympischer Sportbund. Internetportal für Green Champions 2.0 für nachhaltige veranstaltungen. Über das Projekt. Zugriff unter: https://www.green-champions.de/index.php?id=29&L=0

[4] Grüner Wirtschaftsrat e.V. Green Events Hamburg. Zugriff unter: https://greenevents.hamburg/

Weitere Webseiten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.