Überfischung – Volle Teller, leere Meere

Welche Arten sind besonders vom Aussterben bedroht und wie kommt es überhaupt zur Überfischung? Um unsere Fischbestände ist es schlecht bestellt: In den letzten 40 Jahren schrumpften die weltweiten Fischbestände in unseren Ozeanen um über 50 Prozent. Ganz besonders schlimm ist die Situation im Mittelmeer: Dort gelten 93 Prozent aller untersuchten Fischbestände als überfischt. Traurig aber wahr: 40 Prozent des Fangs, darunter Haie, Seevögel, Meeresschildkröten, Delfine und Wale, verenden als Beifang in den Netzen. Doch welchen Fisch darf man überhaupt noch essen und worauf muss man dabei achten?

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kodiak-brown-bear-1575050_960_720Warum sind die Meere überfischt?

Dass die Nachfrage nach Fisch in der letzten Zeit explodiert ist, ist nicht neu. Egal ob Thunfischpizza aus dem Tiefkühlregal, Pangasiusfilet zum Mittagessen in der Kantine, Tintenfischringe zum Mitnehmen im Schnellrestaurant an der Straßenecke oder Fischstäbchen für die Kleinen: Aus der ehemaligen Delikatesse Fisch wurde ein alltagsübliches Nahrungsmittel.

Auch die zunehmende Technisierung stellt einen weiteren Grund für die Überfischung dar. Ungefähr 2,1 Millionen Schiffe befinden sich auf unseren Weltmeeren auf Beutefang. Davon sind circa 23.000 hochindustrialisierte Trawler. Mit ausgefeilten technologischen Systemen an Bord, wie 3D-Sonargeräten und Satellitennavigation, ist es für sie und ihre Besatzung ein Leichtes, Fischschwärme aufzuspüren. Das Problem dabei: Je stärker die Bestände minimiert werden, desto riesiger werden die Netze und moderner die Ausrüstungen der Fischerei-Schiffe.

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Außerdem trägt die illegale Fischerei auf hoher See ebenfalls dazu bei, dass die Meere stark überfischt sind. Erschreckend: Pro Jahr landen etwa 500.000 Tonnen Fisch auf unseren Tellern – gefangen von Piratenfischern. Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN („Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen“) ergaben, dass knapp 20 Prozent der weltweit gefangenen Speisefisch,e mit einem Wert von 23,5 Milliarden Dollar, illegal aus dem Meer gezogen werden.

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Die Folgen der Überfischung und was wir dagegen tun können

Nicht nur das komplette Ökosystem Meer ist von den Folgen der Überfischung betroffen. Auch die Ernährungssicherheit der Menschen in Teilen Afrikas wird dadurch stark gefährdet. Wenn wir nachhaltig handeln, können wir dem Problem entgegenwirken. Deswegen müssen wir natürlich nicht komplett auf Fisch verzichten. Dennoch sollten besonders vom Aussterben bedrohte Arten, wie Blauflossen-Thunfisch, Hai, Marlin, Rotbarsch, Schellfisch, Seeteufel, Aal, Rochen und importierte Shrimps nicht mehr auf unseren Tellern landen.

Eine weitere Entscheidungshilfe, die uns das Einkaufen erleichtert und uns ein gutes Gewissen beim Fischkauf beschert, sind verschiedene Siegel, etwa das „Marine Stewardship Council (MSC)“. Dies ist eine internationale, gemeinnützige Einrichtung, die durch ein Zertifizierungsprogramm nachhaltige Fischerei unterstützt. Für Zuchtfische, also Fisch aus Aquakulturen, gelten „ASC“ und Ökosiegel wie „Bioland“ und „Naturland“ als vertrauenswürdig. Auch die Produkte von „followfish“ sind zu empfehlen.

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Unser Tipp: Beim Einkauf auf die Herkunft des Fisches achten, sich die gefährdeten Fischarten aus der Infografik vom WWF merken und so häufig wie möglich auf den dort grün gekennzeichneten Fisch zurückgreifen. W steht für Wildfisch und Z für Zuchtfisch.

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Wer noch mehr wissen will, kann sich in einem noch ausführlicheren Einkaufsratgeber vom WWF schlaumachen.

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Quellen:
https://reset.org/knowledge/ueberfischung-der-meere
http://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/uberfischung-welchen-fisch-durfen-wir-essen-und-welche-nicht-mehr

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