Lebensmittel per Luftfracht – eine vermeidbare Umweltsünde

Tomaten aus Chile, Orangen aus Südafrika oder Spargel aus Griechenland – jeden Tag landen rund 140 Tonnen (*) Lebensmittel aus fernen Ländern in deutschen Supermarktregalen. Deren Transport nach und innerhalb Deutschlands, besonders per Luftfracht, belastet unser Klima enorm.

Überführt man ein Kilo Lebensmittel mit dem Flugzeug, verursacht das 170 Mal so viele Emissionen, wie ein Kilo Lebensmittel, das per Schiff befördert wird. Bezogen auf die Emissionsbilanz heißt das zum Beispiel: für ein Kilo Bananen aus Übersee, das mit dem Flugzeug transportiert wird, könnte man ganze 90 Kilogramm (*) einheimischer Nahrungsgüter innerhalb Deutschlands liefern.

Welche Lebensmittel werden eigentlich mit dem Flugzeug transportiert?

Besonders häufig wird die Luftfracht für leicht verderbliche Lebensmittel genutzt. Dazu zählen zum Beispiel Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Auch exotische Nahrungsmittel wie Papayas, Mangos, Guaven und Ananas, sowie Meeresfrüchte und verschiedenste Spezialitätenfisch- und Fleischsorten werden per Flugzeug transportiert. Für Lebensmittel, wie Kaffee Tee oder Bananen, die aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht in Deutschland wachsen, aber einem längeren Transport gegenüber unempfindlich reagieren, kommen meist große Frachtschiffe zum Einsatz.

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Infografik

Wie viel Tonnen von welchen Lebensmitteln werden pro Jahr eigentlich eingeflogen? Und was bedeutet das konkret für das Klima? Das könnt ihr in der Infografik von www.nachhaltig-sein.info nachlesen:

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Vorsicht, Falle!

Rund 87 Prozent (*) der hier verbrauchten Lebensmittel werden zwar in Deutschland hergestellt, einige der Produkte jedoch für eine kostengünstigere Weiterverarbeitung in weit entfernte Billiglohnländer transportiert. Als Musterbeispiel gelten die Nordseekrabben: Sie werden zwar in Deutschland gefangen, dann aber beispielsweise in Marokko gepult. Ein Arbeiter bekommt dort meist nicht mehr als sechs Euro pro Tag – weit günstiger als jede deutsche Maschine. Später landen die Krabben dann mit dem Titel „Nordseekrabben aus Deutschland“ in den Tiefkühltruhen unserer Supermärkte.

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Fazit – Regional, anstatt exotisch!

Wer nachhaltig konsumieren und damit den CO2-Ausstoß erheblich reduzieren will, sollte auf regionale und saisonale Lebensmittel setzen und darauf achten, woher die Waren kommen. Wichtig ist dabei auch, dass exotische Früchte nach wie vor etwas Besonderes bleiben.
Generell gilt: Wer sich unsicher ist, sollte bei den gewünschten Produkten genau hinsehen, nachfragen und bei Zweifeln lieber verzichten.

* Quellen:

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